... also ein Fett, das beim Schlachten von Tieren anfällt. Es wird aus den fettreichen Teilen des Rindes, genauer dem sog. Netzfett, das die Bauchhöhle des
Tieres auskleidet, sowie aus dem Fett um Herz, Nieren und anderen unbeschädigten Fettgeweben gewonnen. Dazu wird zunächst das Fett von Fleisch getrennt und
anschließend erst geschmolzen, dann gesiedet und schließlich gesäubert. Als besonders hochwertig gilt das Rindernierenfett, das aus dem die Niere umgebenden
Gewebe ausgeschmolzen wird. Außerdem unterscheidet man den hochwertigeren Lichtertalg vom Seifentalg.
Bei Zimmertemperatur ist Rindertalg sehr hart und von eher bröckeliger Konsistenz. Das unterscheidet ihn vom sog. Schmalz, das eine weiche Konsistenz hat.
Rindertalg ist nicht streichfähig und muss zur Portionierung und Verarbeitung entweder mit der Reibe gerieben oder mit einem Messer abgeschabt werden.
Im Farbton schwankt Rindertalg zwischen dunklem Weiß und einer leicht gelblichen Färbung, je nachdem, wie carotinhaltig das Futter der verwendeten Rinder war.
Der Schmelzpunkt liegt mit 40-45°C relativ hoch. Aufgrund der Zusammensetzung seiner Fettsäuren ist Rindertalg ein sehr stabiles Fett.
Rindertalg enthält hauptsächlich gesättigte Fettsäuren, was zur Folge hat, das er erhöhend auf den menschlichen Cholesterinspiegel wirkt.
Im privaten Haushalt wird Rindertalg kaum noch benutzt, wohl aber in der industriellen Lebensmittelherstellung. So ist er zum Beispiel oft in Blätterteigen
oder Pastetenteigen enthalten und wird als Oleomargarin, einem Fett mit leichtem Schmelz, bei der Herstellung von Margarine benutzt. Die industrielle Nutzung
umfasst auch die Herstellung von Kosmetika, insbesondere Seife, von Kerzen, die Futtermittelherstellung und die Produktion von Buntstiften und Papier.
Für die Anwendung in der Küche ist es interessant zu wissen, dass Rindertalg hoch erhitzbar ist und ein leicht nussiges Aroma hat. Sofern man die Wirkung auf
die Cholesterinwerte außer Acht läßt, eignet es sich also gut zum Braten und Frittieren, z.B. zur Zubereitung von Bratkartoffeln.
Auch zum Konservieren und Backen kann es verwendet werden. In Deutschland findet man Rindertalg auf der Zutatenliste für traditionelle Stollenrezepte wie den
Dresdner Christstollen. In der englischen Küche wird Rindertalg (Suet im Englischen) als Zutat für Plumpudding, Christmas Pudding, Yorkshire Pudding oder
Mincemeat benutzt. In Belgien findet man noch in Rindertalg fritierte Pommes Frites,
in Lateinamerika wird er verwendet, um den Pastetenteig für Empanadas herzustellen.
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